Häufige gestellte Fragen von Frauen

„Ich weiß gar nicht, ob ich bei Ihnen richtig bin.“ Diesen Satz hört Jutta Geike sehr oft, wenn sie an das klingelnde Telefon geht. Jutta Geike ist Beraterin bei FRAU & BERUF Segeberg. „Ich frage natürlich immer, worum es geht,“ lacht Geike. „Und dann klären wir im weiteren Gespräch, wo der berufliche Schuh drückt. Und in aller Regel sind die Frauen bei uns richtig!“ Und dann hört Jutta Geike geduldig zu, fragt eventuell nach und sucht einen für die ratsuchende Frau passenden Termin. In welchen Fällen sind die Anfragen bei FRAU & BERUF Segeberg richtig?

Wiedereinstieg nach Familienzeit

Da geht es zum Beispiel um den Wiedereinstieg nach Familien- oder Pflegezeit von Angehörigen. „Frauen, die fünf, acht oder noch mehr Jahre aus dem Beruf raus sind, sind oft der Meinung, dass sie ihre beruflichen Qualifikationen mit der Familienarbeit verloren haben,“ erklärt Simone Mortensen, ebenfalls Beraterin bei FRAU & BERUF Segeberg. „Das ist in meiner langjährigen Beratungserfahrung aber noch nie der Fall gewesen. Im Gegenteil, sie haben in diesen Jahren neue Qualifikationen erworben.“ „Wir fragen im Detail nach, was genau wann gewesen ist, auch während der Familienzeit“, ergänzt Gisela Malasch, die dritte Beraterin im Team der Beratungsstelle.  „Oft können die Frauen nicht glauben, welche Qualifikationen sie zu den vorherigen dazu gewonnen haben!“

Und dann wird im jedem Beratungsgespräch intensiv überlegt, wie der berufliche Wiedereinstieg am besten gelingt. „Das ist ganz unterschiedlich und hängt von der Situation der Frau ab,“ weiß Simone Mortensen. Manchmal müssen die Bewerbungsunterlagen aktualisiert werden, manches Mal wird über die Taktik der Stellensuche gesprochen, in einigen Fällen ist tatsächlich eine berufliche Fortbildung für den Wiedereinstieg angeraten und in manchen Fällen sind es wieder ganz andere Gründe, für die eine berufliche Beratung angeraten ist.

„Da kann es schon mal vorkommen, dass einer Frau nach dem Gespräch der Kopf schwirrt.“ Diese Erfahrung hat Gisela Malasch schon bei vielen Beratungen gemacht. „Aber dann beruhige ich immer, denn in aller Regel muss nichts sofort gemacht oder entschieden werden. Und eine Nacht oder mehrere über eine Entscheidung zu schlafen, ist nicht verkehrt.“

Und wenn Arbeitslosigkeit droht?

Natürlich ist im Fall von Arbeitslosigkeit die Agentur für Arbeit zuständig. Aber im Vorfeld der Arbeitslosigkeit ist unsere Beratung durchaus sinnvoll. „Das trifft nicht nur auf befristete Beschäftigung zu, sondern auch im Falle einer wirtschaftlichen Schieflage eines Arbeitgebers. Dazu muss noch nicht einmal eine Kündigung ausgesprochen sein,“ berichtet Gisela Malasch. „Wir überlegen immer mit der ratsuchenden Fachkraft, wie sie sich künftig beruflich aufstellen will, in welcher Branche und welchem Unternehmen dies möglich ist. Daraus ergeben sich immer die nächsten Schritte.“ Simone Mortensen ergänzt: „Es kann manchmal durchaus sinnvoll sein, frühzeitig die Agentur für Arbeit in die weiteren Überlegungen einzubinden.“

Bringt´s ein Minijob?

Einige Frauen, die in die Beratung kommen, wollen nach einer Familienphase mit einem Minijob zurück in den Beruf. „Davon raten wir ganz klar ab“, sagt Mortensen. „Ein Minijob wird meist mini bezahlt. Weil die Frau eine kompetente Fachkraft ist, wird sie damit klar unterbezahlt.“ Auch wurde in Untersuchungen festgestellt, dass es einen sogenannten „Klebeeffekt“ gibt. Die weiblichen Fachkräfte bleiben auf diesen Minijobs „kleben“. Trotz aller Hoffnungen wachsen aus den allermeisten Minijobs keine Teilzeit- oder gar Vollzeitarbeitsstellen. Da ist es besser, mit einem klaren Konzept einen Arbeitsplatz zu suchen, der den tatsächlichen Fähigkeiten und Wünschen der ratsuchenden Fachkraft und ihren individuellen Erfordernissen gerecht wird.

Was kostet eine Beratung?

Die Beratung ist kostenfrei. Die Beratungsstellen von FRAU & BERUF in Schleswig-Holstein – und so auch diese für den Kreis Segeberg - werden aus dem Landesprogramm Arbeit 2021 - 2027 mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg (WKS) ist Träger dieser Beratungsstelle FRAU & BERUF.

Warum wird die berufliche Beratung von Frauen gefördert?

Jede ratsuchende Frau ist eine weibliche Fachkraft und trägt mit ihrem Wissen und ihrer Qualifikation zur wirtschaftlichen Entwicklung im Kreis Segeberg bei. Denn jede – ganz gleich welchen Hintergrund, welchen Ausbildungsweg und welches Arbeitsverhältnis sie hat (oder auch nicht) – versteht ihr Metier genauso gut, wie männliche Fachkräfte. Die berufliche Beratung von Frauen wird gefördert, um ihren Nachteil am Arbeitsmarkt auszugleichen. Weibliche Fachkräfte werden immer noch im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen schlechter bezahlt. Kommen dann noch berufliche Auszeiten aufgrund von Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen hinzu, verschlechtert sich ihre berufliche Situation nochmals.

Arbeitet die Beratungsstelle mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter zusammen?

Die Beratungsstellen FRAU & BERUF arbeiten unabhängig von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter, aber es gibt eine punktuelle Zusammenarbeit, wenn es um grundlegende Informationen oder Austausch geht, zum Beispiel bei Neuerungen zur Förderung von beruflicher Weiterbildung. „Uns ist es sehr wichtig zu erfahren, welche Förderprogramme es für welche Zielgruppen gibt!“ so Malasch. Dieses Wissen ist für die Beraterinnen notwendig, denn nur so kann im Beratungsgespräch mit der weiblichen Fachkraft im Einzelfall überlegt werden, ob eine berufliche Weiterbildung sinnvoll ist und wie diese finanziert werden kann.

Und der Datenschutz?

Uuups, was ist denn mit dem Datenschutz? Wie weit tauschen die Beraterinnen von FRAU & BERUF Segeberg mit der Agentur oder dem Jobcenter ihr Wissen aus? Austausch von Fachwissen ja, aber auf keinen Fall die persönlichen Informationen zu einer weiblichen Fachkraft. „Wenn wir dort anfragen, fragen wir allgemein. Unser Interesse ist einmal der weiblichen Fachkraft weiterzuhelfen“, informiert Malasch, „und darüber hinaus auch zu erfahren, wie ein Anliegen allgemein gehandhabt wird. Das ist für andere ratsuchenden Frauen ja durchaus auch wichtig.“

„Im persönlichen Fall sprechen nicht wir mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter, sondern die ratsuchende Fachkraft selbst,“ betont Mortensen. „Wir können dies nicht nur aus Datenschutzgründen nicht machen, sondern die Frau sollte auch in solchen Gesprächen ihr Anliegen vertreten. Und das bereiten wir gemeinsam vor!“ Mortensen bekräftigt: „Wir fragen beispielsweise bei unseren Ansprechpartnern nach, um richtige Auskünfte und Informationen weiterzugeben, aber nicht personenbezogen!“

Woher holen sich die Beraterinnen ihr Wissen?

Eine gute Ausbildung in Beratungskompetenz und stetige Weiterbildung versteht sich von selbst. „Einfach mal so Frauen zu helfen, reicht trotz bester Absicht nicht aus“, weiß Jutta Geike, die schon seit über 20 Jahren bei FRAU & BERUF Segeberg arbeitet.  Neben soliden Ausbildungen nehmen die Beraterinnen immer wieder an Fachweiterbildungen teil.

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