Coronavirus: Alle Hilfsangebote für Unternehmen auf einen Blick

Eine Zusammenfassung aller aktuellen Fördermaßnahmen in der Krise

Newsbeitrag vom Uhr verfasst von Autor: Lars Wrage

Die Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus hat das wirtschaftliche Leben in Deutschland weitgehend zum Erliegen gebracht. Das hat Auswirkungen auf Unternehmen und deren Arbeitnehmer. Betroffen sind hiervon das produzierende Gewerbe, Handel, Handwerk und auch freiberuflich und künstlerisch Tätige. Um die wirtschaftlichen Folgen abzumildern, haben Bundes- und Landesregierung verschiedene Maßnahmen verabschiedet. Wir haben Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt und auf die entsprechenden Webseiten verlinkt, die für die Umsetzung zuständig sind.

 

1. Kurzarbeitergeld

Die meisten eingehenden Fragen von Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen drehen sich aktuell weiterhin um die Beantragung und den Bezug von Kurzarbeitergeld. Informationen zum Anzeige- und Antragsverfahren erhalten Unternehmen unter der kostenfreien Arbeitgeber-Hotline: Tel. 0800 - 4 5555 20 (Mo.-Fr. 08.00-18.00 Uhr)

Über diese zentrale Rufnummer werden direkt die lokalen Ansprechpartner/innen des Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Elmshorn und ihrer Geschäftsstellen erreicht. Durch technische und personelle Verstärkungen ist die Erreichbarkeit sehr gut geworden. Anrufende sollten auch die Randzeiten ab 08.00 Uhr und nach 16.00 Uhr nutzen.

Wer sich vorab informieren will, findet viele Informationen sowie Anträge, Merkblätter oder Videos im Internet. Auf der Startseite www.arbeitsagentur.de gibt es direkte Links zu speziellen Infoseiten für Unternehmen sowie für betroffene Arbeitnehmer/innen.

Die Arbeitsagentur hat Ihnen hier alle wichtigen Informationen zusammengestellt.

Hilfreiche Videos zum Thema

 

2. Liquiditätshilfen

Um die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen zu vermeiden, stehen verschiedene Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität zur Verfügung:

a) Steuerstundungen und Herabsetzung der Steuervorauszahlungen

Unternehmen können beim zuständigen Finanzamt eine zinsfreie Stundung von Steuern beantragen. Damit kann der Zeitpunkt der Steuerzahlung nach hinten verschoben werden. Zudem können die Steuervorauszahlungen für das laufende Jahr der wirtschaftlichen Situation angepasst werden. Beide Varianten führen dazu, dass Liquidität im Unternehmen bleibt. Bitte wenden Sie sich entweder über Ihren Steuerberater oder direkt an das für Sie zuständige Finanzamt.

Die IHK Schleswig-Holstein stellt dazu das folgende Antragsformular bereit:

Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus (PDF | ca. 0.1 MB)

 

b) Kreditprogramme der KfW und Hilfen anderer Förderbanken

Die Bundesregierung hat das Kreditprogramm der KfW deutlich ausgebaut und die Anforderung für die Kreditvergabe gesenkt. Die verschiedenen Kreditvarianten der KfW finden Sie hier auf der Seite der Bank.

Die Beantragung erfolgt über die Hausbank oder eine andere Geschäftsbank.

Zudem stehen die Bürgschaftsbanken bereit, um die von den Kreditgebern geforderten Sicherheiten über Bürgschaften zu erbringen. In der Schleswig-Holstein-Finanzierungsinitiative für Stabilität arbeiten die Investitionsbank, die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein zusammen, um die Kreditvergabe an Unternehmen zu ermöglichen.

Ab sofort können Hotel-, Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe zinslose Darlehen aus dem IB.SH Mittelstandssicherungsfonds beantragen. Die Antragstellung ist nur über die Hausbank möglich.

Näheres finden Sie hier auf der Infoseite der IB.SH.

 

c) Soforthilfen für existenzgefährdete Kleinstunternehmer und Solo-Selbstständige

Die Bundesregierung hat folgende Soforthilfen für existenzgefährdete Kleinstunternehmer und Solo-Selbstständige beschlossen, die aufgrund der Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind:

  • Die Soforthilfe wird als nicht rückzahlbarer einmaliger Zuschuss zur Überwindung der existenzbedrohenden Wirtschaftslage gewährt, die durch den von der Weltgesundheitsorganisation am 11. 03.2020 als Pandemie eingestuften Ausbruch von COVID-19 entstanden ist.
  • Je nach Höhe des im Antrag dargelegten Liquiditätsengpasses beträgt die Soforthilfe:
    • bis zu 5 Beschäftigte bis zu 9.000 Euro
    • über 5 und bis zu 10 Beschäftigte bis zu 15.000 Euro
  • Für die Anzahl der Beschäftigten ist auf Vollzeitäquivalente abzustellen, d.h. Teilzeitkräfte sind in Vollzeitäquivalente umzurechnen. Ein Vollzeitäquivalent entspricht einer wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden.

Als Ansprechpartner steht Ihnen das Team der WKS unter beratung@wks-se.de oder über die Service-Nummer 04551-908 62-15 zur Verfügung.

 

d) Soforthilfen für existenzgefährdete Unternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten

Das Landesprogramm Corona-Soforthilfe soll Unternehmen mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten schnell und unbürokratisch finanziell unterstützen, die durch die Corona-Pandemie in eine akute existenzbedrohende wirtschaftliche Lage und einen Liquiditätsengpass geraten sind.

Antragsberechtigt sind Selbständige, Angehörige der freien Berufe und Unternehmen (einschließlich Unternehmen der landwirtschaftlichen Urproduktion) mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente), die

  • wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen oder im Hauptberuf freiberuflich oder als Selbstständige tätig sind,
  • ihre Tätigkeit von einer Betriebsstätte in Schleswig-Holstein oder einem Sitz der Geschäftsführung in Schleswig-Holstein aus ausführen,
  • bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sind und
  • ihre Waren und/oder Dienstleistungen bereits vor dem 01.04.2020 am Markt angeboten haben.

Von der Förderung ausgenommen sind:

  • Öffentliche Unternehmen
  • Unternehmen, die vor dem 31.12.2019 in Schwierigkeiten gemäß Art. 2 Abs. 18 der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung waren

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der IB.SH.

 

e) Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Die Möglichkeit einer Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen ist in § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV geregelt. Danach dürfen Ansprüche auf den Gesamtsozialversicherungsbeitrag dann gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird.

Eine erhebliche Härte für das Unternehmen ist gegeben, wenn es sich aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse vorübergehend in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befindet oder im Falle der sofortigen Einziehung der fälligen Sozialversicherungsabgaben in diese geraten würde.

Eine Stundung darf allerdings nicht gewährt werden, wenn eine Gefährdung des Anspruches eintreten würde. Das ist der Fall, wenn die Zahlungsschwierigkeiten nicht nur vorübergehend sind oder eine Überschuldung in absehbarer Zeit offensichtlich nicht abgebaut werden kann.

Die Stundung setzt einen entsprechenden Antrag des Unternehmens voraus, wobei das Vorliegen der oben genannten Voraussetzungen zu belegen ist. Über den Stundungsantrag entscheidet die Krankenkasse als zuständige Einzugsstelle nach pflichtgemäßem Ermessen. Bitte wenden Sie sich direkt an Ihre jeweils zuständige Krankenkasse.

(Quelle: IHK München, Ratgeber)

 

f) Leistungen nach SGB II

Am 27.03.2020 haben Bundestag und Bundesrat weitgehende Unterstützungen für Unternehmen in Zeiten der Corona-Krise beschlossen. Auch das Jobcenter Kreis Segeberg kann in diesem Rahmen zusätzliche Hilfen für in Not geratene Betriebe anbieten.

Ab sofort können Betriebsinhaber/innen für ihren eigenen Lebensunterhalt und den der eigenen Familie vereinfacht Leistungen nach dem SGB II beantragen. Die Bewilligung erfolgt ohne Vermögensprüfung und ohne Überprüfung der Kosten der Unterkunft. Lediglich Betriebseinnahmen müssen nachgewiesen werden, sofern es aktuell welche gibt. Die Leistungen werden vorläufig für sechs Monate bewilligt.

Für grundsätzliche Fragen steht Ihnen eine bundesweite Hotline unter der Telefonnummer 0800 / 4 5555 23 zur Verfügung

Wenn Sie Ihren Wohnsitz im Kreis Segeberg haben, steht Ihnen für direkte Fragen im Jobcenter Kreis Segeberg folgende Soforthilfe-Hotline zur Verfügung:
Telefon: 04191 / 722 – 111
Email: Jobcenter-Segeberg-Corona-Soforthilfe@jobcenter-ge.de

Das Jobcenter Kreis Segeberg ist zurzeit für persönliche Vorsprachen geschlossen und nimmt Ihre Anliegen auf elektronischem Wege oder telefonisch innerhalb der nachfolgenden Zeiten entgegen:
Montag – Freitag zwischen 08:00 – 13:00 Uhr und
Donnerstags zwischen 08:00 – 18:00 Uhr

 

Aktuelle Informationen zu den Finanzhilfen für Unternehmen
finden Sie auf den folgenden Seiten des

BMWI Bundesministerium für Finanzen IB.SH Investitionsbank Schleswig-Holstein Industrie- und Handelskammer Schleswig-Hosltein

 

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